14.01.2009 Pressemitteilung GKSS Forschungszentrum Geesthacht
GKSS investiert zwölf Millionen Euro in neuartiges Beobachtungs-System für die Nordsee
Ein Messpfahl des GKSS-Foschungszentrums vor der nordfriesischen Küste.
„Zu den größten Problemen der Küsten und Meere zählen heute Überfischung, Überdüngung und der Eintrag schädlicher Stoffe – hinzukommen noch die Auswirkungen des Klimawandels. Jedoch fehlen uns die wissenschaftlichen Werkzeuge, um Parameter wie etwa Strömungen, Wassertemperatur oder Algenkonzentration präzise beurteilen und vorhersagen zu können“, erklärt Prof. Dr. Franciscus Colijn, Leiter am Institut für Küstenforschung des GKSS -Forschungszentrum Geesthacht.
„Mit den umfangreichen Daten von COSYNA hoffen wir die Entwicklung des Systems der Küstenmeere in Folge physikalischer, ökologischer und biogeochemischer Prozesse im Detail besser verstehen zu können und so deren Vorhersehbarkeit zu ermöglichen“, so Colijn.
Für das Messnetz COSYNA stellt die Helmholtz-Gemeinschaft Gelder in Höhe von 12 Millionen Euro zu Verfügung. COSYNA soll später auf das arktische Meer ausgeweitet werden. Ein nationaler Auftaktworkshop findet am 15. Januar 2009 am Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg statt.
Beobachten, verstehen, vorhersagen
Diese Daten speisen die Geesthachter Küstenforscher in komplexe Simulationsmodelle ein, mit deren Hilfe der physikalische, ökologische und biogeochemische Zustand der Nordsee in vollständiger hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung abgeleitet wird. Erstes Ziel der Modellierung sind Kurzfristprognosen über die Strömungsverhältnisse in der Nordsee.
Das GKSS-Forschungsschiff "Ludwig Prandtl" vor einer Messboje in der Nordsee. Durch ihren geringen Tiefgang kann die "Ludwig Prandtl" vor allem in flachen Küstengewässern eingesetzt werden.
Das komplexe Mess- und Modellsystem COSYNA verbessert das Verständnis des Systems Nordsee und erlaubt so fundierte Analysen der Risiken und Möglichkeiten des derzeitigen Klimawandels sowie der Nutzung der Nordsee.
Hierdurch werden Grundlagen für das Management der Küsten zur Verfügung gestellt.
Konkrete Forschungsfragen könnten in Zukunft sein:
Wie ändern sich kurz- und langfristig Intensität und Verteilung von Strömung, Seegang, Salz- und Säuregehalt?
Wie wirkt sich ein Temperaturanstieg auf das Ökosystem aus?
Was steuert das Auftreten von Algenblüten oder Quallenschwärmen?
Welche Zonen im Wattenmeer müssen bei Ölunfällen am dringlichsten geschützt werden?
COSYNA wird in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und den zuständigen Behörden von Bund und Ländern entwickelt. In einem ersten Schritt wird eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, wie COSYNA mit Beobachtungssystemen der Nordseeanrainerstaaten künftig verknüpft werden kann.
Weiterführende Informationen:
Küstenmeere beobachten und managen (pdf) - Artikel im Magazin "unter uns"
Bildmaterial
Das GKSS-Forschungsschiff "Ludwig Prandtl" vor einer Messboje in der Nordsee. Durch ihren geringen Tiefgang kann die "Ludwig Prandtl" vor allem in flachen Küstengewässern eingesetzt werden.
Copyright: GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Ein Messpfahl des GKSS-Foschungszentrums vor der nordfriesischen Küste.
Copyright: GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Eine Messboje des GKSS-Forschungszentrums vor der nordfriesischen Küste.
Copyright: GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Kontakt
Prof. Franciscus Colijn
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Institut für Küstenforschung
Telefon: +49 (0)4152 87-1533
Dr. Torsten Fischer
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)4152 87-1677
English
