
Radarhydrographie
Um die Struktur des Meeresbodens, die Verlagerung von Sanden und anderen Sedimenten im Wasser zu erfassen, sind für gewöhnlich zeit- und kostenintensive Schifffahrten nötig. Die Mitarbeiter der Abteilung Radarhydrographie entwickeln radargestützte Messmethoden, mit denen man mit weniger Aufwand die Gestalt des Meeresgrundes vom Ufer aus untersuchen kann. Die Struktur des Meeresbodens beeinflusst die Ausbreitung des Seegangs. Die Küstenforscher der GKSS nutzen diese Gesetzmäßigkeiten und entwickeln Programme, mit denen sich aus der Bewegung von Seegangsmustern die Bodenstrukturen unter Wasser (Bathymetrie) berechnen lassen. Zur Messung der Seegangsmuster setzen die Forscher Radartechnik ein. Relevant sind solche Untersuchungen beispielsweise für den Küstenschutz und die Schifffahrt. So kann man per Radar von Land aus überprüfen, wohin bei Stürmen Sand gespült wird oder wie stark sich eine Fahrrinne im Wattgebiet verschiebt.
Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an einem neuen Radar-Verfahren zur Messung von Wasserströmungen – ebenfalls für die Untersuchung des Sedimenttransports.Ein weiteres Projekt ist die Erfassung großer steiler Wellen auf hoher See, so genannter Brecher. Diese Informationen sind für die Erbauer von Offshore-Windanlagen von Interesse, denn bislang ist nicht bekannt, wie die Brecher auf Windanlagen wirken und ob die Anlagen selbst Brecher erzeugen.
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