
In-situ Verfahren (KOI)
Die Wasserqualität in küstennahen Meeresgebieten hängt entscheidend vom Stofftransport aus den Flüssen, von den Durchmischungsvorgängen sowie von den chemisch-biologischen Umsetzungsprozessen ab. Wie sich die Nährstofffrachten in der Nordsee im Detail verteilen und in verschiedenen Gebieten das Algenwachstum beeinflussen, ist nur lückenhaft bekannt. Die Abteilung „In-situ-Verfahren“ hat sich deshalb auf die Entwicklung und Qualifizierung neuer Messsysteme und Sensoren auf Bojen, Messpfählen und beweglichen Geräteträgern ("Ships of Opportunity") spezialisiert, die in Flüssen, Mündungsbereichen und auf offener See zum Einsatz kommen. Genutzt wurden die automatisierten Analyse-Techniken u.a. in dem von dieser Abteilung koordinierten EU-Projekt „Ferrybox“, in dem Schiffe verschiedener europäischer Fährrouten mit Messgeräten ausgestattet wurden, die während der Reise automatisch das Wasser analysierten. Neben klassischen Parametern wie Temperatur und Salzgehalt können die entwickelten Sensoren beispielsweise direkt die Wassertrübung, den Sauerstoff- und Nährstoffgehalt und die im Wasser enthaltenen Algen bestimmen. Die Systeme werden inzwischen routinemäßig zur Beobachtung der Wasserqualität auf verschiedenen Schiffen in der Nordsee eingesetzt. Sie liefern kontinuierlich und kostengünstig Informationen.
Die Systeme sind ein wesentlicher Teil des neuen Beobachtungssystems "COSYNA" (=Coastal Observing System for Northern and Arctic Seas).
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Verwendung der gemessenen Daten zur mathematischen Beschreibung von Prozessen wie etwa saisonalen Schwankungen der Algen- oder Nährstoffkonzentration oder der Ermittlung längerfristiger Trends. Dabei fließen in die Abschätzungen auch Daten von Satellitenfernerkundungen ein – etwa Daten von Algenblüten. Dies ermöglicht es, die Verbreitung der Nährstoffe oder die Ausdehnung von Algenblüten großräumig und kontinuierlich zu bewerten und die Prozesse besser zu verstehen..
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