GKSS Forschungszentrum, Thursday, 02-Sep-2010 17:26:27 CEST
http://www.gkss.de/institute/coastal_research/structure/operational_systems/KOF/index.html.de

Fernerkundung (KOF)

Weitläufige Küstengebiete lassen sich effektiv vom Satelliten aus beobachten. Die Abteilung Bio-optische Fernerkundung hat Verfahren entwickelt, mit denen sich die Eigenschaften des Meerwassers wie die Streuung von Licht, die Transparenz, die Konzentration von Phytoplankton oder Schwebstoffen aus mehreren Hundert Kilometern Höhe bestimmen lassen. Diese Auswerteverfahren sind insbesondere bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA zur Analyse und Bewertung von Satellitenbilddaten im Einsatz. Sie geben unter anderem Aufschluss über das Auftreten von Algenblüten, deren Häufigkeit sich im Zuge des Klimawandels verändern könnte. Die Herausforderung besteht darin, die schwachen durch die Atmosphäre veränderten optischen Signale aus dem Meer korrekt zu interpretieren. In dieser Abteilung wurden dazu die optischen Eigenschaften zahlreicher Wasserproben untersucht. Zudem haben die Forscher Simulationen des Satellitensignals mit Hilfe von Lichtstrahlungs-Übertragungsmodellen durchgeführt. Letztlich liefern die Verfahren wichtige Umweltinformationen, die auch in Ökosystem-Modelle anderer Wissenschaftler einfließen.

Der zweite Arbeitsschwerpunkt der Abteilung ist die Kartierung und Klassifizierung von Lebensräumen und Sedimenten des Wattenmeeres. Diese Arbeiten werden unter anderem zur Bestimmung besonders sensibler Wattbereiche genutzt und vom Deutschen Havariekommando für die Planung von Ölbekämpfungseinsätzen verwendet. Inzwischen liegen detaillierte Karten vor, die über die Lage von besonderen Lebensräumen wie Seegraswiesen, Muschelbänke oder Rastvogelplätze Auskunft geben. Grundlage hierfür sind Datenerhebungen im Freiland, zahlreiche Messflüge und Satellitenbeobachtungen.

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