GKSS Forschungszentrum, Saturday, 13-Mar-2010 19:03:31 CET
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Marine Bioanalytische Chemie

Küstengewässer sind in besonderem Maße durch menschliche Einflüsse betroffen und werden zum Teil nachhaltig verändert. Natürliche und anthropogene Stoffe beeinflussen die in den Küstengewässern lebenden Tier- und Pflanzenpopulationen. Andere Faktoren wie ein mittlerer Temperaturanstieg und Überfischung führen zu Änderungen auf unterschiedlichsten trophischen Ebenen des Nahrungsnetzes.

Die Abteilung Marine Bioanalytische Chemie widmet sich in diesem Zusammenhang zwei Untersuchungsschwerpunkten, mit dem Ziel, effektorientierte Nachweise zu dem Zustand und über Veränderungen des Ökosystems Küstenmeer zu erhalten.

• Zum einen wird der Einfluss anthropogener Stressoren auf den Gesundheitszustand mariner Säuger untersucht, welche sich vor allem aufgrund ihrer Position im Nahrungsnetz und ihrer langen Lebenserwartung gut als Bioindikatoren eignen. Die Entwicklung biochemischer Indikatoren hat zum Ziel, Zusammenhänge zwischen Stressoren wie Schadstoffen und deren Auswirkungen insbesondere auf das Immunsystem aufzuzeigen.

• Zum anderen stehen die Auswirkungen von giftigen Quallen auf die verschiedenen Ebenen des Nahrungsnetzes im Fokus der Arbeiten. Die Aufklärung der Venomzusammensetzung in Quallen in Abhängigkeit von biotischen und abiotischen Faktoren, die Analyse der biologischen Wirkung und der chemischen Struktur einzelner Giftkomponenten hat zum Ziel, über die Fraßeffizienz der unterschiedlichen Lebensstadien unter sich ändernden Bedingungen den Einfluss auf das Nahrungsnetz abschätzen zu können.

In der Abteilung werden moderne Technologien und Analysemethoden zur Isolierung und Strukturaufklärung von Biomolekülen eingesetzt. Ausgewählte anorganische und organische Schadstoffe werden wirkungsspezifisch erfasst. Die Kombination moderner chemischer Analysemethoden mit bioanalytischen Methoden sowie ökologischen und veterinär-medizinischen Untersuchungen ermöglicht schließlich wirkungsbezogene Nachweise und Zusammenhänge.